Arsenal braucht einen Rechtsverteidiger, und das weiß jeder. Ben White ist trotz all seiner Qualitäten keine natürliche Besetzung, und Mikel Artetas System lässt ihn defensiv oft ungeschützt. Als also die Gerüchte aufkamen, dass Arsenal seine Bemühungen um Rasmus Kristensen von der AS Roma verstärkt, ergab das viel Sinn. Der 26-jährige Däne, derzeit von Leeds United ausgeliehen, war in dieser Saison eine Offenbarung in der Serie A.
Kristensen war ein konstanter Stammspieler für Daniele De Rossis wiedererstarkte Roma-Mannschaft, bestritt 20 Ligaspiele und steuerte ein Tor und zwei Vorlagen bei. Seine Defensivwerte sind beeindruckend: Er erzielt durchschnittlich 2,1 Tackles und 1,5 Interceptions pro 90 Minuten, deutlich mehr als Whites 1,2 Tackles und 0,8 Interceptions in der Premier League. Romas Wende, seit De Rossi am 16. Januar Jose Mourinho abgelöst hat, basiert auf einer ausgewogeneren Verteidigung, und Kristensen ist ein großer Teil davon. Sie haben unter De Rossi in 16 Serie-A-Spielen nur 15 Gegentore kassiert, verglichen mit 24 Gegentoren in 20 Spielen unter Mourinho.
Die Sache ist die: Kristensens Zeit bei Leeds war nicht gerade ein voller Erfolg. Er kam im Sommer 2022 für eine Ablösesumme von rund 10 Millionen Pfund von RB Salzburg, hatte aber Schwierigkeiten, sich an das Tempo der Premier League anzupassen. In 26 Ligaspielen für Leeds wirkte er oft überfordert, besonders gegen schnellere Flügelspieler. Leeds stieg ab und beendete die Saison 2022/23 auf dem 19. Platz, und Kristensen war einer von vielen Spielern, die nicht ganz überzeugen konnten. Obwohl seine Form in Italien großartig war, ist die Premier League ein anderes Kaliber.
**Das Premier League Fragezeichen**
Arteta und Edu sehen in Kristensen eindeutig etwas, das darauf hindeutet, dass er die Premier League jetzt bewältigen kann. Vielleicht ist es die Reife, die er in Italien gewonnen hat, die taktische Disziplin, die De Rossi ihm vermittelt hat. Er wirkte für Roma am Ball sicherlich gelassener und absolvierte 84 % seiner Pässe, ein Anstieg gegenüber seinen 76 % bei Leeds. Aber seien wir ehrlich, die Verteidigung in der Serie A, besonders für ein Team wie Roma, das oft tiefer steht, ist nicht immer vergleichbar mit den unerbittlichen, hochpressenden Anforderungen der Premier League. Von Arsenals Außenverteidigern wird erwartet, dass sie sowohl Kreatoren als auch Verteidiger sind, die hoch und breit spielen. Kristensens Offensivleistung ist zwar ordentlich, aber nicht gerade Dani Alves. Sein einziges Tor und zwei Vorlagen für Roma sind in Ordnung, aber White, trotz seiner defensiven Mängel, steuerte in der letzten Saison vier Tore und vier Vorlagen bei.
Und genau da liegt das Risiko. Arsenal kauft nicht nur einen Verteidiger; sie kaufen ein Puzzleteil für ein Titelkampf-Puzzle. Kann Kristensen wirklich in diese Rolle schlüpfen und eine Mannschaft, die letzte Saison mit zwei Punkten Rückstand Zweiter wurde, sofort aufwerten? Ich bin mir da nicht so sicher. Für ein Team, das den Abstand zu Manchester City schließen muss, fühlt es sich wie ein Glücksspiel an, sich mit einem Spieler zufrieden zu geben, der *nachdem* er in England gescheitert ist, eine gute Saison hatte. Es fühlt sich an wie ein Schritt, den man macht, wenn man einen Top-Vier-Platz anstrebt, nicht wenn man das ganze Ding gewinnen will.
Ganz ehrlich: Arsenal sollte höhere Ziele haben. Sie brauchen einen bewährten, erstklassigen Rechtsverteidiger, der sich nahtlos integrieren und sofort eine Verbesserung bewirken kann, keinen Spieler, der vielleicht seine Premier-League-Form wiederfindet. Kristensen ist gut, keine Frage, aber "gut" ist vielleicht nicht gut genug für das, wohin Arsenal will.
Meine kühne Vorhersage: Wenn Arsenal Kristensen verpflichtet, werden sie nächste Saison die Premier League nicht gewinnen.