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Betos blaues Erwachen: Ist Europa für Everton tatsächlich in Reichweite?

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📅 24. März 2026⏱️ 4 Min. Lesezeit
Veröffentlicht am 24.03.2026 · Beto wiedergeboren – Könnte der abgeschriebene Stürmer Everton in die Champions League führen?

Seien wir mal ehrlich. Als Everton im vergangenen August 25 Millionen Pfund für Beto von Udinese ausgab, haben viele von uns die Augenbrauen hochgezogen. Der große Mann hatte in der Serie A einige Glanzlichter gesetzt, aber seine frühen Leistungen in Goodison waren, milde ausgedrückt, enttäuschend. Er wirkte manchmal verloren, ein Rohdiamant, der die Premier League noch nicht ganz verstanden hatte. In seinen ersten 12 Ligaspielen erzielte er nur ein Tor gegen Burnley und schien eher über seine eigenen Füße zu stolpern, als den Ball ins Netz zu befördern. Das Gemurmel wurde lauter: ein weiterer teurer Flop für die Toffees.

Dann kam der Sonntag gegen Chelsea. Der Goodison Park war ein Hexenkessel, wie so oft, wenn die Großen in die Stadt kommen. Und Beto? Er sah aus wie ein völlig anderer Spieler. Von der ersten Minute an war er eine Plage, ein unermüdlicher Rammbock gegen Thiago Silva und Axel Disasi. Es war nicht nur sein wuchtiger Kopfball in der 89. Minute, ein Tor, das einen wichtigen 2:0-Sieg besiegelte, nachdem Abdoulaye Doucouré in der 54. Minute die Führung erzielt hatte. Es war seine gesamte Leistung. Er brachte 82 % seiner Pässe an, gewann 7 von 10 Luftduellen und setzte Chelseas Abwehrreihe konstant unter Druck. Das war nicht der zögerliche Stürmer, den wir gesehen hatten; das war ein Mann, der mit Entschlossenheit spielte.

**Sean Dyches Stürmer-Flüsterer-Akt**

Sean Dyche verdient hier immensen Respekt. Er ist dafür bekannt, alles aus seinen Spielern herauszuholen, und es scheint, dass er einen Weg gefunden hat, Beto zu entfesseln. Dyche hat nicht nur in der mageren Phase zu ihm gehalten; er hat offensichtlich auch an der mentalen Seite gearbeitet. Nach dem Chelsea-Spiel sprach Beto über das Vertrauen des Trainers, darüber, sich "stärker, schneller" zu fühlen. Und das zeigte sich. Diese Leistung war kein Zufall; sie war der Höhepunkt wochenlanger Arbeit auf dem Trainingsplatz. Erinnern Sie sich an Dominic Calvert-Lewins torlose Phase zu Beginn der Saison? Dyche hat auch ihn wieder in Form gebracht. Der Mann hat ein Händchen dafür, seine Stürmer zu Höchstleistungen zu bringen.

Aber lassen wir uns nicht hinreißen und Beto schon zum nächsten Dixie Dean krönen. Konstanz ist der wahre Test in dieser Liga. Kann er diese Chelsea-Leistung gegen Brighton oder Fulham wiederholen? Dort wird die wahre Wiedergeburt gemessen werden. Dennoch kann die Wirkung dieses einen Spiels nicht hoch genug eingeschätzt werden. Es waren nicht nur drei Punkte; es war ein Schuss Selbstvertrauen, der direkt ins Herz der Mannschaft injiziert wurde. Everton, jetzt auf dem 10. Tabellenplatz mit 30 Punkten, blickt plötzlich nach oben, nicht nach unten.

**Der unwahrscheinliche europäische Vorstoß**

Hier ist die Sache: Jeder hat Everton nach dem Punktabzug abgeschrieben. Wir alle haben das getan. Ein 10-Punkte-Abzug im November fühlte sich wie ein Todesurteil für ihre europäischen Ambitionen an und drängte sie tief in den Abstiegskampf. Aber Dyches Mannschaft hat brillant reagiert. Seit dem Abzug haben sie in ihren letzten sieben Ligaspielen 16 Punkte geholt, darunter beeindruckende Siege gegen Newcastle und Chelsea. Sie spielen mit einer Trotzreaktion, einem trotzigen Geist, der ansteckend ist.

Nun, Champions League? Das könnte eine Übertreibung sein. Ein Platz unter den ersten Vier scheint immer noch ein zu großer Schritt zu sein, da Teams wie Aston Villa (42 Punkte) und Tottenham (40 Punkte) solide aussehen. Aber eine europäische Qualifikation, vielleicht sogar die Europa League? Das ist nicht völlig ausgeschlossen, wenn Beto diese Form beibehalten kann. Im Moment liegt West Ham mit 33 Punkten auf Platz 6. Everton liegt nur drei Punkte hinter ihnen. Sie haben die defensive Solidität und haben nur 24 Gegentore kassiert, besser als die Hälfte der Liga. Und jetzt haben sie vielleicht einen Stürmer, der den Ball konstant ins Netz befördern kann.

Meine kühne These? Wenn Beto bis Ende Mai zweistellige Tore erzielt, wird Everton nicht schlechter als Siebter abschneiden. Das ist ehrgeizig, klar, aber nachdem ich ihn Chelsea zerlegen sah, fange ich an zu glauben.