Liverpools Weg hierher war ziemlich geradlinig: ein zweiter Platz in der Premier League im letzten Jahr, nur zwei Punkte hinter dem späteren Meister Manchester City. Sie haben diese heimische Saison scharf begonnen und sitzen mit 13 Punkten aus fünf Spielen an der Tabellenspitze, darunter ein dominanter 3:0-Sieg gegen Chelsea an der Stamford Bridge. Slots System, ein hochoktaniges 4-3-3, hat sich wunderbar eingefügt. Darwin Núñez hat bereits vier Ligatore erzielt und wirkt weitaus klinischer als seine 18 Tore in allen Wettbewerben der letzten Saison. Trent Alexander-Arnold, der in dieser Hybridrolle als Rechtsverteidiger/Mittelfeldspieler agiert, war maßgeblich an ihrer kreativen Leistung beteiligt und verzeichnete fünf Assists in der Liga.
Galatasarays Weg in die Gruppenphase der Champions League war mühsam. Sie mussten zwei spannende Qualifikationsrunden überstehen, zuerst besiegten sie den serbischen Klub TSC Backa Topola mit 4:2 nach Hin- und Rückspiel, dann überwanden sie ein schwieriges Duell gegen Dynamo Kiew und gewannen zu Hause mit 3:1 nach einem torlosen Unentschieden in der Ukraine. National liegen sie derzeit auf dem dritten Platz in der Süper Lig, nachdem sie am vergangenen Wochenende in einem überraschenden 1:1-Unentschieden gegen den Aufsteiger Eyüpspor Punkte liegen gelassen haben. Dennoch zeigte ihr 2:0-Derbysieg gegen Fenerbahçe im letzten Monat, dass sie bei großen Anlässen aufblühen können. Mauro Icardi bleibt ihr Dreh- und Angelpunkt, mit drei Toren in der Liga und zwei in der Qualifikation.
Die taktische Schlacht hier ist faszinierend, ein klassisches Duell Stärke gegen Stärke. Slots Liverpool dreht sich alles um das Pressing. Sie wollen den Ball hoch gewinnen, Gegner in ihrer eigenen Hälfte ersticken. Letzte Saison führte Liverpool die Premier League bei hohen Ballverlusten an, durchschnittlich 14,5 pro Spiel. Erwarten Sie, dass Alexis Mac Allister und Dominik Szoboszlai im Mittelfeld unerbittlich sein werden und Kerem Demirbay und Lucas Torreira jagen. Dieser intensive Druck soll Fehler erzwingen und schnelle Übergänge einleiten.
Galatasaray, unter Okan Buruk, lebt davon, Druck aufzunehmen und Teams im Konter zu schlagen. Ihre Flügelspieler, insbesondere Wilfried Zaha und Kerem Aktürkoğlu, besitzen echte Schnelligkeit und Dribbling-Fähigkeiten. Icardi ist trotz seines Alters immer noch ein Meister darin, Raum im Strafraum zu finden und Chancen zu verwerten. Der Schlüssel für sie wird sein, Liverpools anfängliches Pressing zu umgehen, vielleicht mit schnellen, direkten Bällen über die Abwehr oder scharfem One-Touch-Passspiel durch die Linien. Wenn sie den Ball zu Zaha oder Aktürkoğlu im Raum gegen Liverpools Außenverteidiger bekommen können, könnten sich Gelegenheiten ergeben. Die Sache ist, Liverpools Abwehrreihe, angeführt von Virgil van Dijk, wird selten auf dem falschen Fuß erwischt. Sie kassierten letzte Saison nur 34 Tore in der Premier League, die drittbeste Bilanz.
Hier ist die Sache: Mohamed Salah gegen Galatasarays Abwehr. Sacha Boey, ihr Rechtsverteidiger, ist ein anständiger Verteidiger, aber Salah ist ein anderes Kaliber. Er hat die Saison mit drei Toren und zwei Assists in der Liga begonnen. Seine Fähigkeit, von der rechten Seite nach innen zu ziehen, mit Alexander-Arnold zu kombinieren oder in den Strafraum zu stürmen, ist Weltklasse. Wenn Boey isoliert wird, könnte es eine lange Nacht für Galatasaray werden. Auf der anderen Seite werden Andy Robertsons Überlappungsläufe auch Galatasarays Linksverteidiger, wahrscheinlich Derrick Köhn, auf die Probe stellen.
Im Mittelfeld wird der Kampf zwischen Mac Allister, Szoboszlai und Wataru Endo (oder vielleicht Harvey Elliott, wenn Slot sich für mehr Kreativität entscheidet) gegen Torreira, Demirbay und Mertens das Tempo bestimmen. Torreira ist ein bissiger Balleroberer, aber kann er das schiere Volumen von Liverpools Angriffen bewältigen? Demirbays Passspiel ist gut, aber er braucht Zeit am Ball, die Liverpool selten zulässt.
Liverpool und Galatasaray trafen zweimal in der Champions-League-Gruppenphase an der Anfield Road aufeinander. Im Jahr 2001 gewann Liverpool mit 1:0 dank eines Tores von Steven Gerrard. Im Jahr 2006 war es ein dominanterer 3:2-Sieg für die Reds, wobei Peter Crouch einen Doppelpack erzielte. Die Geschichte spricht für die Heimmannschaft, und die Atmosphäre an der Anfield Road an einem Europapokalabend ist etwas ganz Besonderes. Es ist ein Klischee, aber es ist wirklich ein zusätzlicher Mann.