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Peps rosarote Brille: Citys „Bestes“ ist noch meilenweit entfernt

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📅 22. März 2026⏱️ 4 Min. Lesezeit
Veröffentlicht 22.03.2026 · Pep Guardiola: Manchester City „nahe dran“, wieder in Bestform zu kommen

Schauen Sie, Pep Guardiola ist ein Genie. Niemand bestreitet das. Der Mann hat mehrere Dynastien aufgebaut, und sein taktisches Gehirn ist wahrscheinlich das beste im Fußball. Aber wenn er sagt, dass Manchester City nach der Niederlage gegen Real Madrid „nahe dran“ ist, wieder in Bestform zu kommen, muss ich mich fragen, ob er ein anderes Spiel sieht als der Rest von uns. Sie haben das Viertelfinal-Rückspiel der Champions League mit 4:3 im Elfmeterschießen verloren, klar, aber sie wurden phasenweise ausgespielt und es fehlte ihnen der Killerinstinkt, den wir von einer Guardiola-Mannschaft erwarten. Das ist nicht „nahe dran“, das ist eine erhebliche Lücke.

Mal ehrlich: Dieses City-Team ist nicht die erstickende, unerbittliche Maschine, die in der Treble-Saison 2022-23 alle Gegner beiseite fegte. Erinnern Sie sich an das 7:0-Auseinandernehmen von RB Leipzig im März 2023? Oder das 4:1-Debakel gegen Arsenal im April, das die Premier League-Meisterschaft praktisch besiegelte? Dieser aktuelle Kader, obwohl immer noch voller Talent, hat diese furchterregenden Höhen nicht konstant erreicht. Sie haben in dieser Saison unerwartet Punkte liegen gelassen, spielten im Februar 1:1 gegen Chelsea und konnten im März im Etihad in einem trostlosen 0:0 gegen Arsenal keinen Siegtreffer erzielen. Das ist nicht das Zeichen eines Teams, das „nahe dran“ an seinem Höhepunkt ist.

**Das eindringliche Echo der Dominanz der letzten Saison**

Die Sache ist die: Letzte Saison erzielte Erling Haaland 52 Tore in allen Wettbewerben, davon 36 in der Liga. Dieses Jahr trifft er immer noch, mit 20 Premier League-Toren bis Mitte April, aber der gesamte Angriffsfluss war nicht ganz so flüssig, die kollektive Anstrengung nicht so überwältigend. Kevin De Bruyne, trotz all seiner Magie, verbrachte einen Großteil der Saison verletzt und erreichte erst Ende Dezember wieder volle Leistung. Man kann nicht einfach einen Schalter umlegen und sofortige Treble-Gewinner-Synergie erwarten, selbst mit Spielern ihres Kalibers. Die schiere Dominanz, die sie zeigten, indem sie letztes Jahr von Februar bis Mai 12 Ligaspiele in Folge gewannen, wurde nicht wiederholt. Sie hatten Ende Mai letzten Jahres 89 Punkte; dieses Mal sind sie auf dem Weg zu weniger.

Und reden wir über die Verteidigung gegen Real Madrid. Antonio Rüdiger sah zeitweise aus, als würde er einen anderen Sport spielen, er neutralisierte Haaland komplett. City kassierte in diesem Rückspiel 14 Schüsse, eine Zahl, die während ihrer Höchstform undenkbar gewesen wäre. Das ist nicht nur Pech; das ist ein Riss im Fundament. Guardiola mag auf die Ballbesitzstatistiken, die herausgespielten Chancen verweisen, aber im Fußball geht es um Tore, und Madrid 120 Minuten lang torlos zu halten, war nicht genug. Eine Niederlage gegen sie in einem so entscheidenden K.o.-Spiel offenbart einige Schwachstellen, die über einen einfachen schlechten Abend hinausgehen.

Meine kühne Behauptung? Dieses City-Team, in seiner jetzigen Zusammensetzung, braucht im Sommer eine massive defensive Überholung, wenn es wieder zu seiner absoluten Bestform finden will. Ein weiterer Weltklasse-Innenverteidiger und ein echter defensiver Mittelfeldspieler, um die Viererkette wirklich zu schützen. Bis dahin klingen Peps Erklärungen, „nahe dran“ zu sein, eher nach Wunschdenken als nach einer genauen Einschätzung.

**Prognose:** Manchester City wird den Premier League-Titel mit einem einzigen Punkt Vorsprung gewinnen, aber ohne erhebliche defensive Investitionen in der nächsten Saison nicht über das Champions League-Halbfinale hinauskommen.