Liam Rosenior stand auf der Pressekonferenz, ein vertrautes Grinsen auf seinem Gesicht, und sprach davon, sich der Kritik "bewusst" zu sein. Es ist eine klassische Ablenkung eines Managers, die Art von Schlagzeile, die man hört, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Die Sache ist die, dass die Ergebnisse von Chelsea schon seit einiger Zeit nicht mehr stimmen. Sie liegen nach 30 Spielen auf dem 10. Platz der Premier League-Tabelle, ein starker Kontrast zu den Top-Vier-Ambitionen, die die meisten Experten ihnen im August zugeschrieben hatten. Ihre Tordifferenz von +7 ist kaum besser als die von Brighton, die zwei Plätze unter ihnen liegen.
Mal ehrlich: Bewusstsein gewinnt keine Spiele. Es bringt den Ball nicht ins Netz, und es stoppt sicherlich nicht den ständigen Beschuss, dem Robert Sanchez jede Woche ausgesetzt zu sein scheint. Chelseas Probleme gehen tiefer als nur ein paar schlechte Leistungen. Sie verloren Anfang Februar zu Hause mit 4:2 gegen Wolves, gefolgt von einer 4:1-Niederlage gegen Liverpool an der Anfield Road. Das sind keine Ausrutscher; das sind systemische Fehler für einen Verein, der in den letzten beiden Transferperioden über 400 Millionen Pfund ausgegeben hat. Man gibt nicht so viel Geld aus und landet dann näher am Mittelfeld als an der europäischen Qualifikation.
**Das Sterling-Problem und das Mittelfeld-Wirrwarr**
Sehen Sie, Raheem Sterling war die meiste Zeit der Saison ein Geist. Er wurde im Juli 2022 für 47,5 Millionen Pfund verpflichtet, und obwohl er in dieser Saison acht Tore in allen Wettbewerben erzielt hat, ist sein Gesamteinfluss geschwunden. Erinnern Sie sich an den Sterling, der die Premier League mit Manchester City aufmischte? Dieser Typ ist längst verschwunden. Er wirkt oft isoliert, nicht synchron mit demjenigen, der vor ihm spielt. Und das ist Teil des Problems: Rosenior hat sich nicht auf eine konstante Angriffsformation festgelegt. Eine Woche ist es Nicolas Jackson an der Spitze, die nächste ist es Armando Broja. Cole Palmer war eine Offenbarung, ein echter Lichtblick mit 11 Ligatoren, aber er kann nicht die gesamte Offensive tragen.
Dann ist da das Mittelfeld. Enzo Fernández, eine 106-Millionen-Pfund-Verpflichtung vom Januar 2023, hat zwar brillante Momente gezeigt, aber die Spiele nicht konstant dominiert. Moisés Caicedo, eine weitere neunstellige Verpflichtung für 115 Millionen Pfund, hatte Schwierigkeiten, sich anzupassen, wurde oft falsch positioniert oder verlor Zweikämpfe, die er hätte gewinnen müssen. Chelseas Mittelfeld wirkt oft unzusammenhängend, leicht von schnelleren, besser organisierten Gegnern zu überwinden. Gegen Arsenal an der Stamford Bridge, in einem Spiel, das sie überraschend 2:2 unentschieden spielten, rannten die Gunners in weiten Teilen der zweiten Halbzeit mit alarmierender Leichtigkeit durch das Mittelfeld. Das liegt nicht nur an den Spielern; es liegt am System.
**Ist Rosenior der Richtige?**
Die Sache ist die: Rosenior ist ein junger Manager, erst 39, und dies ist sein erster Job in der höchsten Spielklasse. Er erwarb sich Respekt bei Hull City, wo er sie auf einen respektablen 15. Platz in der Championship führte. Aber die Premier League ist ein anderes Kaliber, und Chelsea ist ein Biest unter Biestern, ein Verein mit himmelhohen Erwartungen und einer schießwütigen Eigentümerschaft. Sie haben bereits drei Manager entlassen, seit Todd Boehly und Clearlake Capital im Mai 2022 übernommen haben. Graham Potter hielt weniger als sieben Monate. Mauricio Pochettino bekam knapp ein Jahr. Rosenior sitzt seit Juni 2023 auf dem heißen Stuhl.
Er spricht von einem langfristigen Projekt, von der Entwicklung junger Talente. Und ja, es gibt vielversprechende Talente wie Levi Colwill und Malo Gusto, die vielversprechend sind. Aber Chelsea ist keine Entwicklungsakademie. Es ist ein Verein, der Trophäen fordert. Ihr letztes großes Silber war die Champions League im Jahr 2021. Ihr letzter Premier League-Titel war im Jahr 2017. Die Fans werden nicht darauf warten, dass "Bewusstsein" zu Ergebnissen führt. Meine Einschätzung? Rosenior hat bis zum Ende der Saison Zeit, eine signifikante Aufwärtstendenz zu zeigen. Wenn Chelsea außerhalb der Top Acht landet, wird er weg sein. Und ehrlich gesagt, sollten sie mindestens die europäische Qualifikation anstreben. Alles andere ist ein Misserfolg für einen Kader, der mit solch lächerlichen Summen zusammengestellt wurde.
**Kühne Vorhersage:** Chelsea wird die Saison auf dem 9. Platz beenden, alle europäischen Wettbewerbe verpassen, was zu Roseniors Entlassung vor der Vorsaison-Tour führen wird.