In jeder Umkleidekabine herrscht ein leises Summen, ein ständiger Unterstrom von Ehrgeiz, der nicht nur auf die Spieler beschränkt ist. Er schwirrt auch um den Assistenztrainer herum. Das sind die Jungs, die oft die erste Verteidigungslinie bei Spielerbeschwerden sind, die das Training leiten, wenn der Cheftrainer Taktiken bespricht, die entscheidende Verbindung zwischen der großen Vision und der harten Realität. Sie sind auch meist die Ersten, die abspringen, wenn eine Top-Position frei wird. Es ist ein delikater Tanz, unerschütterliche Loyalität mit den eigenen Ambitionen in Einklang zu bringen.
Schauen Sie sich Mikel Arteta an. Er war dreieinhalb Saisons lang Pep Guardiolas rechte Hand bei Manchester City, eine Schlüsselfigur bei den aufeinanderfolgenden Premier League-Titeln 2018 und 2019, wobei er insgesamt 198 Punkte sammelte. Arteta wurde von Guardiola ständig gelobt und als integraler Bestandteil ihres Erfolgs angesehen. Doch als der Job bei Arsenal im Dezember 2019 rief, zögerte er nicht. Er nahm ihn an, und City verpasste keinen Schlag, gewann gleich im nächsten Jahr einen weiteren Titel. Das ist der Drahtseilakt, den diese Jungs gehen. Sie investieren alles, knüpfen tiefe Bindungen zu Spielern wie Kevin De Bruyne und Raheem Sterling, und müssen dann zum Gegner werden.
Es geht aber nicht nur darum, Spiele zu gewinnen. Diese Assistenten sind oft das emotionale Barometer der Mannschaft. Wenn Spieler um Spielminuten kämpfen oder mit persönlichen Problemen zu tun haben, an wen wenden sie sich oft zuerst? An den Assistenten. Sie bauen eine andere Art von Beziehung auf als der Cheftrainer, eine etwas weniger einschüchternde. Steve Bould diente unter Arsène Wenger bei Arsenal 11 Jahre lang, von 2001 bis 2012 als Jugendtrainer, dann bis 2019 als Assistenztrainer der ersten Mannschaft. Er war die Konstante, das vertraute Gesicht bei mehreren FA Cup-Siegen und der "Invincibles"-Saison. Er kannte die Geschichte jedes Spielers, ihre familiären Situationen. Diese Art von institutionellem Wissen und emotionaler Unterstützung ist von unschätzbarem Wert, besonders wenn der Cheftrainer mit den Forderungen des Besitzers oder dem Mediendruck zu kämpfen hat.
Das Problem ist, dass dieses tiefe Verständnis der Spieler ein zweischneidiges Schwert sein kann. Wenn ein neuer Assistent kommt, ist er oft damit beauftragt, eine Umkleidekabine für sich zu gewinnen, die bereits Bindungen zum vorherigen Mann aufgebaut hat. Oder, wenn er intern befördert wird, muss er plötzlich Spieler managen, die einst seine Kollegen oder sogar seine Vertrauten waren. Dieser Dynamikwechsel ist schwieriger, als man denkt. Fragen Sie nur Frank Lampard, als er 2019 Chelsea übernahm und Jody Morris von der Akademie zu seinem Assistenten beförderte. Morris hatte viele dieser Spieler als Jugendliche trainiert, jetzt half er Lampard, ihnen zu sagen, dass sie nicht spielen würden. Das ist eine andere Art von Druck.
Hier ist die kühne Behauptung: Die besten Assistenztrainer sind fast immer diejenigen, die *nicht* das Rampenlicht suchen. Diejenigen, die sich damit zufriedengeben, die stille Kraft, der taktische Zauberer hinter den Kulissen zu sein, anstatt das Gesicht des Betriebs. Sie verstehen, dass ihr Wert in ihrer Fähigkeit liegt, die Vision des Cheftrainers zu übersetzen, Streit zu schlichten, das vertraute Ohr zu sein. Der Ehrgeiz ist da, klar, aber er ist zweitrangig gegenüber der täglichen Arbeit, das Team besser zu machen.
Und deshalb umgeben sich die wirklich elitären Cheftrainer, wie Guardiola und Wenger, mit erstklassigem Personal in ihrem Trainerstab. Sie wissen, dass diese Beziehungen grundlegend sind. Sie bevollmächtigen ihre Assistenten, geben ihnen echte Verantwortung, die über das bloße Aufstellen von Hütchen hinausgeht. Nehmen Sie Domenec Torrent, Guardiolas langjährigen Assistenten, der ihm von Barcelona über Bayern München zu City folgte und dabei 24 Trophäen gewann, bevor er 2018 den Job bei New York City FC annahm. Dieses Vertrauen, dieser gemeinsame Erfolg, ist es, was das System zum Laufen bringt.
Letztendlich ist die Position des Assistenztrainers eine faszinierende Mischung aus Loyalität, Ehrgeiz und harter, oft undankbarer Arbeit. Sie sind das wesentliche Zahnrad, das dafür sorgt, dass die Maschine reibungslos läuft, während sie immer ein Auge auf ihre eigene Reise haben. Ich prognostiziere, dass wir eine Zunahme von ehemaligen Starspielern sehen werden, die Cheftrainerpositionen ganz umgehen und sich für die Stabilität und das Wachstum entscheiden, die eine langfristige Assistenzrolle bei einem Top-Club bietet.