Manche Spiele sind einfach anders. Und wenn Newcastle und Sunderland aufeinandertreffen, spürt man das wochenlang im Nordosten. Es geht nicht nur um drei Punkte; es geht um das Recht zu prahlen, um Familienessen, darum, wer in der Kneipe ein bisschen stolzer gehen darf. Da diesen Sonntag ein weiteres Derby im St. James' Park ansteht, ist es ein guter Zeitpunkt, auf einige Momente zurückzublicken, die diese Rivalität zu einer der heftigsten im englischen Fußball gemacht haben.
Denken Sie zurück an September 1999. Ruud Gullit, damals Trainer von Newcastle, traf eine Entscheidung, die immer noch Stirnrunzeln hervorruft: Er setzte Alan Shearer, den Kapitän und Talisman des Vereins, für das Heimderby gegen Sunderland auf die Bank. Nicht nur Shearer, wohlgemerkt, sondern auch Duncan Ferguson. Newcastle verlor dieses Spiel mit 2:1, wobei Kieron Dyer das einzige Tor erzielte. Gullit war wenige Tage später weg. So etwas tut man einer lokalen Legende einfach nicht an, schon gar nicht bei einem Derby. Diese Entscheidung fühlte sich für die Gläubigen in Tyneside wie ein Verrat an, ein taktischer Fehler, der mehr als nur ein Spiel kostete. Er kostete einen Trainer seinen Job und vertiefte den Schmerz einer Derby-Niederlage.
Dann ist da Paolo Di Canio. Der Mann war pures Theater, und er liebte es absolut, Newcastle zu quälen. Erinnern Sie sich an März 2013? Sunderland hatte seit über einem Jahrzehnt nicht mehr im St. James' Park gewonnen. Di Canio, damals Trainer der Black Cats, sah zu, wie seine Mannschaft Newcastle mit 3:0 zerlegte. Er sprintete die Seitenlinie entlang, rutschte auf den Knien, die Arme pumpend, und sog die Geordie-Wut auf. Adam Johnson, David Vaughan und Stéphane Sessègnon erzielten an diesem Tag die Tore. Diese Feier, diese pure, unverfälschte Freude auf feindlichem Gebiet, brannte sich in das Gedächtnis jedes Fans auf beiden Seiten ein. Es war provokativ, vielleicht sogar ein wenig übertrieben, aber es war Di Canio, der Di Canio war, und es verkörperte perfekt die rohe Emotion des Derbys.
Hier ist die Sache: Bei all dem Ruhm gibt es immer eine Kehrseite. Für jeden Di Canio-Sprint gibt es einen Moment der puren Verzweiflung. Nehmen Sie die jüngste Erfahrung von Chris Woltemade. Er ist ein junger Stürmer, erst 21, ausgeliehen von Werder Bremen an Sunderland. Er kam im Januar, um den Black Cats zu helfen, den Aufstieg zu schaffen. Aber sein Debüt im FA-Cup-Derby gegen Newcastle am 6. Januar endete in einer vernichtenden 3:0-Niederlage. Ein Eigentor von Daniel Ballard, dann zwei schnelle Treffer von Alexander Isak, begruben Sunderland an diesem Tag. Für einen Spieler, der in eine so hitzige Rivalität eintritt, ist das eine brutale Einführung. Es ist schon schwer genug, sich zu behaupten, aber so entscheidend zu verlieren bei der ersten Begegnung mit dem Tyne-Wear-Kessel? Das ist die Art von Erfahrung, die eine Leihe prägen kann, und zwar nicht auf gute Weise.
Dieses Derby handelt nicht nur von den Highlights; es handelt von den tiefen Wunden, den Momenten, die noch Jahrzehnte später schmerzen. Es geht um die rohe Leidenschaft, die ungefilterte Emotion, die dieses Spiel von fast jedem anderen unterscheidet. Diesen Sonntag prognostiziere ich einen knappen 1:0-Sieg für Newcastle, aber es wird ein spätes Tor sein, eines, das den Sunderland-Fans wieder einmal das Herz herausreißt.