Tuas Atlanta-Vorsprechen: Mehr als nur ein Tapetenwechsel
Tua Tagovailoa landete in Atlanta mit dem Pomp, der normalerweise einem heimkehrenden Helden vorbehalten ist, nicht einem Quarterback, der eine zweite Chance sucht. Der ehemalige Miami Dolphin, der einen Einjahresvertrag über 10 Millionen Dollar unterschrieben hat, weiß, worum es geht. Am Dienstag erklärte er klipp und klar: „Ich muss besseren Football spielen“, wenn er Kirk Cousins um den QB1-Platz der Falcons streitig machen will. Er hat nicht unrecht.
Die Sache ist die: „Besser“ bedeutet für Tua einen deutlichen Sprung gegenüber seiner Leistung von 2023. Er führte die NFL in der letzten Saison mit 4.624 Passing Yards an, einem Karrierehoch. Das ist eine glänzende Zahl, aber sie verschleiert einige hässliche Wahrheiten. Seine 29 Touchdowns waren gut, aber seine 14 Interceptions waren die dritthöchste Zahl in der Liga, ein starker Kontrast zu seinen 25 TDs und 8 INTs im Jahr 2022. Die Dolphins beendeten die Saison trotz seiner Yards auf Platz 11 der offensiven DVOA. Sie brachen gegen gute Teams ein und gingen gegen Playoff-Anwärter in der Schlussphase mit 1:5 unter, einschließlich einer Niederlage in Woche 18 gegen Buffalo, die sie die AFC East kostete.
Das Cousins-Dilemma
Die Falcons haben Tagovailoa nicht verpflichtet, um Cousins sofort herauszufordern. Sie gaben Cousins einen Vierjahresvertrag über 180 Millionen Dollar mit 100 Millionen Dollar garantiert. Diese Art von Geld sichert einem den Startplatz, zumindest anfänglich. Cousins, der 2023 einen Achillessehnenriss erlitt, schaffte es dennoch, in nur acht Spielen für die Minnesota Vikings 2.331 Yards und 18 Touchdowns zu erzielen. Sein Passer Rating von 103,8 war elitär, und er komplettierte 69,5 % seiner Pässe. Er ist ein bewährtes Gut, wenn er gesund ist.
Wo passt Tua also hin? Er ist die Versicherung, der Backup mit hohem Potenzial. Aber seien wir ehrlich, er ist auch der Druckkochtopf. Cousins hat seit 2022 keine volle Saison mehr gespielt. Wenn er Schwierigkeiten hat oder, Gott bewahre, wieder verletzt wird, gehen die Schlüssel an Tagovailoa. Dann tritt das „besser spielen“-Mandat in Kraft. Tuas Karriere-Completion-Prozentsatz liegt bei 66,9 %, und seine 89 Karriere-Touchdowns gegenüber 37 Interceptions sind respektabel, aber nicht spielentscheidend für einen Top-Starter. Er muss zeigen, dass er eine Offensive aufwerten kann, nicht nur verwalten.
Der „Was wäre wenn“-Faktor
Die Offensive von Atlanta ist stark besetzt. Bijan Robinson, Drake London, Kyle Pitts – das ist ein Trio junger Talente, das jeder Quarterback begehren würde. Die Offensive Line, verankert durch Chris Lindstrom und Jake Matthews, ist solide. Die Bühne ist bereitet, damit ein Quarterback aufblühen kann. Tua könnte mit seinem schnellen Release und seiner Genauigkeit bei kurzen bis mittleren Würfen theoretisch die Statistikblätter zum Glühen bringen. Sein tiefer Ball war jedoch immer ein Fragezeichen. Im Jahr 2023 betrug seine durchschnittliche Zieltiefe 7,4 Yards, Platz 29 in der NFL. Das ist in Ordnung für ein Dink-and-Dunk-System, aber die Falcons brauchen mehr Explosivität.
Hier ist meine kühne These: Tuas größte Hürde ist nicht Cousins' Vertrag; es ist seine eigene wahrgenommene Zerbrechlichkeit. Er hat in den letzten vier Saisons 17 Spiele aufgrund verschiedener Verletzungen, einschließlich mehrerer Gehirnerschütterungen, verpasst. Solange er nicht beweist, dass er 17 Spiele auf dem Feld bleiben kann, wird sein „Potenzial“ immer von einem riesigen Sternchen begleitet sein. Er muss mehr als alles andere Beständigkeit zeigen.
Kühne Vorhersage: Tua Tagovailoa wird 2024 mindestens vier Spiele für die Atlanta Falcons starten, und er wird sich in Zac Robinsons Offensive deutlich wohler fühlen als je zuvor in Miami.